Poti und die Argonauten

Theodor Barth
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Theodor Barth
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Editorial
Die georgische Hafenstadt Poti liegt am Schwarzen Meer, genau dort, wo das größte Abenteuer der Antike seinen Anfang nahm: Jason und die Argonauten stachen hier in See, auf der Suche nach dem sagenhaften goldenen Vlies. Theodor Barth reiste nach Poti und spürte dem Echo aus der griechischen Mythologie nach. »Der Hafen der Argonauten«, ist erschienen in mare No. 141.
Theodor Barth

»Was mich interessierte war die georgische Kultur, ihre Menschen, die sie verkörpern, in dieser aussergewöhnlichen Sprache, verwoben mit der Argonautensage, der griechischen Mythologie, die eben hier spielte. Eine Kultur, die sich in der eigenen Schriftsprache, in der besonderen Form der Chormusik, in der Art des Weinkelterns, in der Speisekarte, in der Folklore und im Glauben verkörpert wird; die sich erhalten konnte, während das Land Teil des Soviet-Reichs war.«

Erinnerungen an die Geschichte:

»Ich bin darauf gekommen, während einer Reise durch Georgien mit meiner damaligen Freundin. Wir besuchten die Stadt nur kurz am Tage, aber ich war gleich fasziniert von der Geschichte, die sich an diesem Ort verbarg. Poti ist eine Stadt, die einem nicht wirklich ins Auge fällt. Ein Kathedrale aus Stahlbeton, ein etwas verwunschener Park, der umringt ist mit einem Kreisverkehr, eine Ausfallstraße Richtung Hafen, mit nicht besonders einladendenden Bars, Läden oder Restaurants. Nein, hier ist das Denkmal von Niko Nikoladze am Haupttor des Hafens erwähnenswert, und sonst?
Was mich interessierte war die georgische Kultur, ihre Menschen die sie verkörpern, in dieser aussergewöhnlichen Sprache, verwoben
mit der Argonautensage, der griechischen Mythologie, die eben hier spielte. Eine Kultur, die sich in der eigenen Schriftsprache, in der besonderen Form der Chormusik, in der Art des Weinkeltern, in der Speisekarte in der Folklore und im Glauben verkörpert wird; die sich erhalten konnte, während das Land Teil des Soviet Reichs war.
Ich konnte diese Arbeit mit einem Stipendium der VG BildKunst verwirklichen. Dafür bin ich sehr dankbar, denn nur so ist es möglich, an einem Projekt über einem längeren Zeitraum und mit mehreren Reisen zu arbeiten. Es ermöglicht mir, ohne konkrete Zielvorgabe an etwas zu arbeiten. Das bedeutet, das Ziel ist eine innere Richtschnur, ein eigenes Storytelling.
Das macht es vielleicht auch manchmal schwerer, da ich mir alles selbst erarbeiten und recherchieren muss und ich mich nicht auf den/die schreibende KollegIn verlassen kann. Das macht es so leicht, denn ich arbeite frei und nicht nach inhaltlichen oder redaktionellen Vorgaben.«

Die ganze Reportage Poti und die Argonauten
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